Google entdeckt 9.500 bösartige Webseiten pro Tag

Diese finden sich besonders häufig in Deutschland und den USA.

Um Internet-Nutzer vor bösartigen Web-Inhalten zu schützen, hat Google im Rahmen der „Safe Browsing“-Initiative vor fünf Jahren einen Malware- und Phishing-Schutz eingeführt. Neben den Suchergebnissen und Werbeanzeigen von Google schützt dieser dank einer öffentlichen API mittlerweile auch gängige Browser.

Von diesem eingebauten Mechanismus profitieren laut Google derzeit rund 600 Millionen Menschen, die mit Chrome, Firefox oder Safari im Web surfen. Dies geht aus einem aktuellen Eintrag im Google Online Security Blog hervor, der die Erfolge im Kampf gegen gefährliche Malware und Phishing unterstreichen soll.

Weiter schreibt Niels Provos aus dem Sicherheitsteam des Suchanbieters, dass Google täglich 9.500 neue, bösartige Webseiten blockiert. Hierzu zählen sowohl speziell aufgesetzte als auch legitime, manipulierte Domains. „Obwohl wir jeden Tag so viele Seiten kennzeichnen, streben wir eine hohe Qualität an und generieren nur eine Handvoll Fehlalarme“, so Provos.

Etwa zwölf bis 14 Millionen Mal am Tag warnt Google im Rahmen von Suchanfragen vor bösartigen Inhalten, der Download-Schutz im Chrome-Browser schlägt weitere 300.000 Mal Alarm. Darüber hinaus informiert Google täglich abertausende Webmaster, Internet Service Provider und Computer Emergency Response Teams über Infektionen, damit diese ihre Systeme bereinigen können.

Phishing- und Malware-Entwicklung

In seinem Blog-Eintrag hat Provos weiterführende Details zur Phishing- und Malware-Entwicklung veröffentlicht. So ist die Zahl der monatlich entdeckten Phishing-Webseiten zwischen 2007 und 2012 von wenigen Tausend auf zuletzt über 300.000 angestiegen.

Aus einer Weltkarte geht hervor, dass die meisten Phishing-Webseiten in Brasilien, Deutschland und den Vereinigten Staaten gehostet werden. Viele Phishing-Webseiten sind dabei weniger als eine Stunde online, um eine Identifizierung zu erschweren.

In der Kategorie Malware unterscheidet Google zwischen Webseiten, die extra zur Verbreitung von Schadcode eingerichtet wurden, und manipulierten Domains. Im letzteren Fall verzeichnet Google einen positiven Trend: In den Jahren 2007 und 2008 stieg die Zahl der infizierten Webseiten kontinuierlich an. Der Höhepunkt war 2009 erreicht, als Google in einem Monat über 350.000 kompromittierte Webseiten entdeckte, zurzeit sind es „nur noch“ rund halb so viele.

Die Zahl der speziell zur Malware-Verbreitung aufgesetzten Internetseiten hatte zwischen 2007 und Anfang 2009 relativ stabil bei 1.500 Webseiten gelegen. Zwischen 2009 und 2011 legte sie deutlich zu, gut 12.000 Webseiten waren es Mitte 2010. Derzeit schwankt die Zahl der manipulierten Webseiten um die 8.000er-Marke.

Sämtliche Erkenntnisse aus der Safe-Browsing-Initiative von Google finden sich im Google Online Security Blog.

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